Die Kupferhand - 12.02.07



Eine meiner größten Leidenschaften ist das herumspielen mit Gedanken an Robotik.
Auch wenn ich bisher kaum einen Menschen finden konnte, der eine ähnliche Faszination wie ich für die Filme Terminator 1+2 hat, muss ich sagen, dass mich diese Filme sehr geprägt haben. Nicht nur, dass mir die erzählte Geschichte gefällt, dass die Effekte für ihre jeweilige "Zeitepoche" hervorragend sind, oder das ich Fan von Arnold Schwarzenegger filmen überhaupt bin... nein, mich hat ganz besonders die Technik hinter der Figur des Terminators begeistert!

Die Hand des T800 aus angeblich Teil 1, ist natürlich ne Hand aus Teil 2 - links im Bild - ist entgegen mancher Meindung voll beweglich, wenn auch nicht mit der Kraft die der Konstruktion im Film suggeriert wird. Betrachtet man sich einige ausgewählte Stellen im Film einmal ganz genau, bemerkt man wie das Wunderwerk sich genau bewegt.

Auf Basis meiner Beobachtungen habe ich dann angefangen eine eigene Hand zu entwerfen, da mir die bisherigen am Markt befindlichen Protesen deutlich zu wuchtig und zu unkontrolliert erschienen. Die daraus entstandene Hand, gefertigt aus Kupferdraht und einem dicken Lötkolben, kann voll bewegt werden. Lediglich das Spreizen der Finger fehlt. Der Daumen kann mit seiner Spitze jeden Finger einzeln berühren.

Meine Hand, hier links im Bild, ist übrigens mit "meiner" Hand in Form und größe äquivalent. Diese Konstruktion hat allein ca. 30 Stunden Arbeit verschlungen und sollte am Ende eigentlich automatisiert voll beweglich sein.

Leider stellte sich das verlöten kleiner Führungsösen für die "Sehnen" als extrem lästig heraus, da das Kupfer beim Löten so heiß wurde, dass ein an einer stelle befestigtes Teil zum abfallen eines anderen Teils führte. Nach einigen vergeblichen Versuchen stellte ich daher meine Bebühungen ein und beließ das Werk wie es war / ist, solange ich es noch nicht gegen die Wand gepfeffert hatte.

Zur Zeit ist daher nur der Mittelfinger beweglich, welcher sich durch eine recht ausgeklügelte aber doch super billige "Besehnung" zum vollständigen zugreifen bringen lässt. Zeitweilig hatte ich den Mittelfinger zusätzlich mit einem Servo versehen, was allerdings nur provisorischer Natur war und wieder ausgebaut wurde.

Hier schön zu sehen die unmotivierte Sehne in Form eines "Takelbandes" aus der Seeschifffahrt. Dieser hat sich als besonders widerstandfähig bewährt und ist immernoch vorhanden (Das Projekt ist bereits 7 Jahre alt)

Komplett geballte Faust. Der aktuelle Stand der Wissenschaft befasst sich seit geraumer Zeit nun mit der Entwicklung künstlicher Muskelphasern, da handelsübliche Getriebemotoren zum einen sehr ineffizient sind und zum anderen zu viel Platz einnehmen. Dazu kommt, dass Motoren nur mit großem Aufwand realistisches "Anfassen" ermöglichen, da solche Vorgänge aufwendigst geregelt werden müssen.
Wer interesse hat sich einen vielversprechenden Vertreter anzuschauen, sollte einmal auf der Homepage der Bielefelder Universität vorbeischauen. Hier findet man einige sehr interessante Bilder zum Thema, sowie einer Beschreibung der auf Pneumatik basierenden Muskeln.
Eine neue Konstruktion schwebt mir seit einigen Jahren im Kopf umher, doch leider komme ich nicht dazu diese umzusetzen. Es wäre eine recht detailgetreue Nachbildung der technischen Idee hinter der Terminator T-800 Hand und würde damit noch mehr Bewegungsfreiheitsgrade, sowie mehr stabilität und ein menschlicheres Erscheinungsbild bieten. Allerdings würde so eine Hand einiges an Geld und vor allem Zeit verschlingen, da viele Teile gefertigt werden müssten.

Ich hoffe ich konnte euch mal wieder einen Einblick in meine Welt vermitteln, lange wollte ich diesen Artikel schreiben, endlich bin ich dazu gekommen :)

Gruß, Timo