Das Armaturenbrett - 02.05.06

| Vorbereitungen | Einbau |


Hallo zu einem der Projekte, die man lieber niemandem erzählen will.
Was macht es zu so einem Projekt?
Die Situation ist die, dass dieses Brett vor ca. 12 Monaten gekauft wurde. Dann lag es rum, dann wurden Rechnerteile gekauft, dann lag es wieder rum.
Als ich dann endlich im Spätsommer bei 40° im Schatten begann daran herumzulaminieren, ging zunächst alles ganz gut. Die ersten löcher schneiden, das Display einpassen. Dann brauchte ich ca. einen Monat um einen vernünftigen und stabilen Einschub für den Rechner zu realisieren, der in das Handschuhfach passt.
Der Rechner besteht aus einem Via C3 System, im mini-ITX Format, ne Festplatte und einem Netzteil.

Das DVD-Rom sollte oben ins Fach. Aber wohin mit der Tastatur?
Ich entschied mich dafür diese ebenfalls ins Handschuhfach zu versänken. Allerdings wollte ich nicht nur ne schlichte Ablagemöglichkeit, sondern wollte einen automatischen Ein- und Auswurf beim Öffnen des Faches. Erst war mein Plan dies elektrisch zu realisieren, was ich jedoch schnell aufgab und zu einer mechanischen Lösung wechselte.

Es stellte sich heraus, dass das Netzteil keinesfalls mehr in das Handschuhfach unterzubringen war. Es musste also ein dennoch geeigneter Platz her, den man nicht von außen sehen kann. Hinter dem Handschuhfach war eine geeignete Lösung. Allerdings ist es jetzt der Gefahr ausgesetzt, dass doch mal jemand gegen tritt. Dieses Risiko nehme ich aber vorerst in kauf, bis ich eine Art Schutzhülle darum gebaut habe.

Irgendwann dann war die viel zu komplexe Haube für das Display fertig. Das Problem neben der interessanten Design-Idee war, dass man in den kleinen Ecken nur extrem schlecht bis garnicht schleifen kann. Das zog sich dann durch die gesamte folgende Bearbeitung. Immer wieder musste ich spachteln, immer wieder musste ich an den unmöglichsten Stellen schleifen und brach mir jedesmal dabei fasst die Finger. Ich gebe zu, es gibt leichtere und evtl auch schönere Konstruktionen für ne simple Abdeckung.

Ich wollte allerdings gerne eine Abdeckung haben, die bei Nacht nicht zu viel Licht in die Fahrgastzelle strahlt und bei Tag die Sonne vom Display fern hällt. Beides konnte nur durch eine recht groß dimensionierte Abdeckung passieren. Die einlaminierten Rohre, um die Ecken rund erscheinen zu lassen, damit das ganze das gewisse Etwas bekommt, stellten sich jedoch als sehr schleifunfreundlich heraus....
Auf dem Bild links kann man aber gut sehen, wie am Ende alles angeordnet ist. Das läuft auch so in dem Zustand :)

Vorletzte Woche bekam ich dann nach 6 Monaten einen Motivationsschub, da die Einspritzanlage im Augenblick eigentlich der permanenten Überwachung bedarf. Ich muss immernoch das Gemisch genau einstellen und vor allem bei der Fahrt die Anzeigen von MegaSquirt immer genau im Blick haben. Mit einem Notebook auf dem Beifahrersitzt geht das garnicht gut...
Ich begann also das vor urzeiten mit Haftgrund versehene Brett zu schleifen. Es zog sich sehr hin. Über eine Woche nur die groben Teile, eine Woche die Feinheiten. Es ist sooo ätzend! Macht es einfacher, wenn ihr es macht!
Heute war ich - wie jeden Tag beim schleifen - wiedermal sehr unzufrieden. Beim Kaffee schnackte ich mit meinem Vadder und er meinte lax: "Also wenn ich was lacken muss, dann nehm ich mir ne Sprühdose und fertig!" O_o ... häm, das ist ne Kackidee. Normalerweise verwende ich 2K-Füller und 2K-Lack... Dumm nur, dass mein Härter für den Füller im Winter kaputt gegangen ist und mein Schwarz komplett alle ist.
Außerdem musste ich sagen, dass mich der Wunsch nach einem einbaufertigen Brett so sehr faszinierte, dass ich mir ne Dose besorgte um es einfach mal zu testen.

Das Ergebnis ist sehr gut! Ich bin erstaunt.
Die kleinen Macken die das Brett noch hat, hätten nochmals eine Woche Arbeit verschlungen. Ich bin eigentlich kein Perfektionist, kleine Macken und Provisorien stören mich in der Regel wenig. Darum werde ich morgen nochmal eine weitere Schicht auftragen und es dann dabei belassen. Das Ergebnis reicht aus um es einzubauen.

Die Farbe hat einen gleichmäßigen seidig matten Glanz und macht das Brett sehr edel. Es sind noch hier und da ein paar Stellen, die mir nicht richtig gefallen, aber das wird beim im Wagensitzen niemandem Auffallen. Wichtiger ist, dass die Farbe nicht stinkt und nicht wieder abblättert. Nach dem vielen Schleifen und gründlichem Reinigen sollte dies allerdings nicht mehr der Fall sein.
Also auf dann. Wenn das Brett morgen nochmal gelackt ist, bau ich den Kram endlich ein. Das wird ein Fest (es passt bestimmt alles hinten und vorne nicht mehr...)