Die offene Einspritzanlage - 03.03.06

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Hallo zu meinem Tagebuch zum Bau einer offenen Einspritzanlage für den Ford Fiesta XR2i mit 1.8l Zetec Motor.
Ziel dieses Unterfangens ist eine kostengünstige Leistungssteigerung, die weit über normalem Chiptuning liegt, zu erreichen.
Klar, werden einige sagen, wer will das nicht! Nun, dass es funktioniert, haben einige vor mir gezeigt, ob es hier in DE bereits gemacht wurde, weiß ich bezüglich des Fiestas leider nicht.
Grundlage ist aus Kostengründen aber vorwiegend aus Gründen der eigenen Modifizierbarkeit das MegaSquirt Steuergerät von Bowling und Grippo aus den USA. Dieses Steuergerät zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der Käufer die gesamte Elektronik selbst zusammen löten kann und dass die Software und Firmware Openscource sind. Das bedeutet, dass ganze Gerät ist nicht kommerziell ausgerichtet, sondern vielmehr ein sehr weit entwickeltes Hobbyprojekt, dass bereits tausende Tuner aus aller Welt verwenden. In Deutschland gehört es allerdings noch zu den unbekannteren Geräten, aber vielleicht kann ich mit meinem Beitrag helfen dies zu ändern.

Zunächsteinmal musste ich feststellen, welche Anlage überhaupt in Betracht kommt. Außerdem war es wichtig einen Flansch zu finden, der entweder direkt an den Motorblock geschraubt wird, oder an die Zetec-Einspritzdüsenleiste geschraubt werden kann.
Ich werde immer wieder mir bekannte Alternativen nennen, um den Nachbau so einfach und erschwinglich wie möglich zu machen.

Es stehen folgende Optionen zur Auswahl:

  • MegaSquirt v2.2 oder v3 oder höher
  • Ford Focus ST - Ansaugbrücke (passt ohne die Zetec-Einspritzdüsenleiste, weil diese integriert ist)
  • Ford Zetec Ansaugbrücke, hinter der Einspritzdüsenleiste, allerdings stark modifiziert
  • Suziki GSX-R 1000 Einspritzanlage --> ca. 45mm Durchmesser
  • Suziki GSX-R 750 Einspritzanlage --> ca. 45mm Durchmesser
  • Suziki GSX-R 750 SRAD Einspritzanlage --> 47,5 mm Durchmesser
  • sicher auch andere, Mail gerne an mich, ich füge das dann hier an.
  • Da die Ansaugbrücke des Focus ST neu ca. 180 Euro beansprucht und das absolut inakzeptabel für mich ist, habe ich mich dazu entschieden eine Zetec-Ansaugbrücke zu modifizieren. Das geschieht, indem ich den ganzen oberen Teil entfernte und nurnoch die einzelnen Rohre stehen lasse. Diese entsprechend angepasst ergeben von Prinzip her das gleiche wie die Focus ST Brücke bieten würde. Einziger möglicher Nachteil (ich habe die ST-Brücke nicht in der Hand gehabt) ist der geringere Durchmesser der Zetec-Ansaugrohre. Das ignoriere ich an dieser Stelle, da ich bisher nicht plane schärfere Nockenwellen einzusetzen. Ich brauche quasi nichtmal so viel Luft wie die von mir gewählte Einspritzanlage bietet.

    Als Einspritzanlage wählte ich die Suziki GSX-R SRAD 750 Anlage. Diese hat mehrere Vorteile:

  • sehr großer Durchmesser von 47,5 mm - dieser Durchmesser wird nur von wenigen teuren Auto-Drosselklappem im Bereich 100 Euro bereit gestellt
  • Es existiert kein zweites Paar Klappen, wie bei den nicht-SRAD-Versionen. Diese besitzen zur besseren Dosierbarkeit der Kraft einen zweiten Satz schrittmotorgesteuerter Drosselklappen. Da MegaSquirt mit Schrittmotoren so seine Probleme hat und ich den VE-Map-Tuningaufwand auch nicht in den grausarmen Tod steigern möchte, hätte ich die eh entfernt.
  • Sie besitzen ausreichend Unterdruckanschlüsse um alle nötigen Leitungen anzuschließen
  • Warum braucht man eine offene Einspritzanlage?
    Die Begründung ist einfach: Mehr Leistung!
    Doch warum bringt eine solche Anlage mehr Leistung?
    Das Problem bei den meisten Motoren ist folgendes: Eine 1l Maschine leistet nicht viel. so 50-60 PS im Normalfall.
    Bei einem Motorrad sieht die Geschichte deutlich anders aus. 1l bei einem Motorrad ist enorm viel und für die meisten Rennmaschinen aus Gewichtsgründen schon zu viel. Und ganz im Gegensatz zu Autos erreichen diese 1l Maschinen bis zu 180 PS.

    Der Unterschied ist so krass, dass man genauer hinsehen muss, um zu verstehen wieso es so ist:
    Bei einem Motorrad kommt die Leistung aus der Drehzahl. Motorräder sind technisch darauf ausgelegt extrem hohe Drehzahlen zu fahren, ähnlich einem Formel1 Rennwagen, teils bis zu 18000-20000 UPM (Yamaha, Honda...)
    Diese Drehzahlen können nur dann erreicht werden, wenn die Maschine auch eine derart große Menge Luft "atmen" kann. Dazu diese riesigen Einspritzanlagen. Riesig deswegen, weil 48mm für eine 2l Maschine im Auto in etwar der optimale Wert sind.
    Biete ich einem Automotor als deutlich mehr Luft an, spendiere ihm stärkere Einspritzdüsen, mehr Benzindruck und schärfere Nockenwellen, dann sind auch hier deutlich höhere Drehzahlen möglich als zuvor, die Leistung steigt massiv an. Beachten muss man natürlich, dass Zetecmotoren bei Drehzahlen über 8500 Probleme mit ihren Hydrostößeln bekommen und die Pleul und Kurbelwelle nicht für sehr viel höhere Drehzahlen ausgelegt sind. Allerdings würde ich sogar soweit gehen, dass sich die Leistung einem turbogetriebenen Motor annähern kann, wobei natürlich kein Überdruck wie beim Turbo erzeugt wird. Ganz klar.

    Der Hintergrund der Einspritzanlage ist also dem Motor deutlich das Atmen zu erleichtern und dadurch mehr Leistung zu erreichen.

    Hier endet meine Einführung in die Thematik