Kauf des Wagens - 29.01.06

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Einen schönen guten Tag zu einer weiteren kleinen Geschichte.
Heute habe ich meinen Ventildeckel vom Lacken zurück bekommen und die Herstellung habe ich natürlich wieder gut dokumentiert. Links sieht man den "war" Zustand. Er ist siffig, ölt überall und insgesamt auf Grund von diversen Macken nicht unbedingt ansehnlich.

Darum habe ich von meinem Zweitmotor den Deckel abgenommen und zusammen mit Arne gründlich gereinigt und damit fertig zum Lacken gemacht.

Dann wurde er nach nochmaligem Maschinellem Abbürsten zum Pulverlacker unserer Ortsansässigen Alu-Firma gebracht und wartete dort auf sein baldiges Erglänzen. Das Tolle am Pulverlackieren ist, dass die Oberfläche nicht perfekt zu sein braucht. Es wird ausreichend Lack aufgetragen um auch gewisse Unebenheiten auszugleichen.

Für die, die nicht wissen, was Pulverlacken ist ein kleiner Exkurs:
Beim Pulverlackieren wird das Werkstück zunächst von allen Fremdkörpern und Stoffen befreit. Also Öl, Macken, Lackreste muss alles weg. Dann wird es an einen Haken gehängt und positiv (oder negativ - habs grade vergessen) aufgeladen und dann mit entsprechend umgekehrt gepoltem Pulver besprüht. Dieser setzt sich nun wegen der Elektrostatik auf dem Werkstück ab. Da es sich nun um ein elektrostatisches Verfahren handelt, kann sich nur eine bestimmte Menge Lack pro Fläche absetzen. Daher kann der Lack nicht zu dick werden und es entstehen keine Nasen, da der Lack noch trocken ist und nicht nass.
Anschließend wird das ganze bei ca. 180°C in einem großen Ofen 20 Minuten lang eingebacken. Dabei schmilzt der das Pulver ähnlich einem Emaile-Verfahren zusammen und bildet so eine extrem widerstandsfähige und hitzebeständige Oberfläche, die zudem extrem sauber und gleichmäßig ist. Abkühlen, fertig.

Der Einbau ist denkbar einfach: Dichtung kaufen, damit das gesiffe mal endlich ein Ende hat. Alten Deckel runter und die Dichtstellen mit einem weichen Tuch gründlich reinigen.

Anschließend wird die Blechplatte vom Ventildeckel wieder eingeschraubt. Dazu braucht man nen 20er Torx.

Das Dümmste an der Geschichte ist das aufsetzen mit neuer Dichtung, denn die laberige, kaum selbsthaltende Dichtung weigert sich in der Regel sehr gegen den Einbau. Gern bleibt sie an einer Nocke hängen und baumelt unmotiviert herum, was beim festschraubem fast nicht zu sehen ist. Daher befinde ich mich hier in einer Pose um wirklich sicher zu gehen, dass die Sichtung da sitzt, wo sie auch hin gehört.

Dann kann das Festschrauben beginnen. Da ich mit meiner letzten neuen Dichtung schlechte Erfahrungen gemacht hatte wurde diesmal streng nach Vorschrift vorgegangen. Also 1-3Nm anschrauben, dann Motor auf 80°C bringen und dann mit 6-9Nm festmachen. Das klappte auch ganz gut. Dabei ist übrigens auch das oben verlinkte Video entstanden, also nicht wundern, wenn der Motor zu Anfang mal bockt, da ist der grade bei 74°C und das ist nunmal ne schwierige Zone...

Ist er nicht hübsch? Da kann man ja die Augen kaum noch von lassen, insbesondere, wenn man ihn mit dem Alten vergleicht, wie ganz unten zu sehen ist.

Ich sage nur: "Bling bling, Baby"

Gruß und viel Spaß :)